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Wege aus der Krise: wie dichtende Denker Gesellschaft gestalten

Ein neuer Blick auf die Soziale Dreigliederung

Heute soll es um die Zukunft unserer Gesellschaft gehen, und speziell um Soziale Dreigliederung in einer neuen, lebensnahen Interpretation. Nach einer Standortbestimmung blicken wir auf Elemente der alten Ordnung, um diese zeitgemäß zu übersetzen. Es wird klarer, wohin das Gesellschaftsschiff will, auf welchen Wegen und mit welchen Mitteln.

Insbesondere Leserinnen lade ich herzlich zum Mitdenken ein, wie auch die Dichter unter Euch. Denn die Welt krankt nicht zuletzt am Fehlen weiblicher Wesensart und ihrem besonderen Verständnis der Dinge.

Freiraum dank Corona

Durch die Coronakrise machen sich viele Gedanken über die Zukunft, und der Glaube an die Politiker wankt, denen man die Gestaltung der Gesellschaft bisher gutgläubig überließ. Ihr offensichtlich fragwürdiges Handeln könnte die Bereitschaft zu eigenem Nachdenken beflügeln.

Noch vor ein paar Wochen (Stand: 02. April 2020) konnte man sich einreden, alles sei gar nicht so schlimm und die zahlreichen Probleme würde irgendwer schon irgendwann lösen. Bis dahin müssen Alte, Kinder, Mütter und natürlich unsere Tiergeschwister weiter leiden, was soll man machen. Doch nun wurden die Bürgerrechte eingeschränkt, und mit wachsender Angst dürften die Mauern eingebildeter Sicherheit zu bröckeln beginnen. Inzwischen wurden alle Länder abgeriegelt, Messen und Großevents abgesagt und ein Wirtschaftskollaps rückt in greifbare Nähe. Mit einem Handstreich ist Schluss mit dem gewohnten Trott.

Jetzt stehen auch noch Totalüberwachung und Zwangsimpfung vor der Tür und verlangen ein Bekenntnis.

Werden wir (wieder) warten, bis man unsere Kinder holt und uns selbst ins Umerziehungslager steckt, wie es vor 80 Jahren geschah und gerade in China geschieht? Oder nutzen wir die Krise als Chance, jetzt, wo jeder persönlich betroffen ist, und stellen uns den drängenden Zeitfragen? Werden viele diesen Beitrag in Gänze lesen, teilen und eifrig diskutieren? Werden wir uns nach erfolgreicher Bärenjagd gemeinsam Visionen bilden und in die Handlung kommen? Das hoffe ich von ganzem Herzen.

Des Wahnsinns fette Beute

Nicht seit gestern kann man den Eindruck haben, in einem Irrenhaus zu leben, wo nicht mal mehr der Bau eines Flughafens klappt, Kühe Rucksäcke zum Einfangen ihrer Fürze tragen müssen und Bäcker jetzt mehr Papier als Brot produzieren. Und das ist nur der Gipfel des Eisberges, ein kleiner Auszug aus einer endlos langen Liste, auf der auch Umweltverschmutzung steht, ungerechte Verteilung von Einkommen, dauernde Kriege etc.

Schon lange wünsche ich mir, dass dieses rasende Teufelskarussel mal für eine Weile stoppt, damit alle Luft holen und ihre Gedanken sammmeln können. Und siehe da, hier ist die Gelegenheit! Fußball fällt aus, Reisen, Konzerte und all das scheinbar so Wichtige, das uns dauernd beschäftigt und vom Denken abhält. Selbst unsere Kanzlerin begreift die Corona-Krise als Chance, weil sie „unsere Vernunft, Solidarität und das Herz füreinander auf die Probe stellt“.

Wahre Worte, in denen meines Erachtens die eigentliche Antwort auf Zwangsimpfung & Co. verborgen liegt.

Der Ruf der Engel

Also, lasst uns über Zukunft sprechen, und was wirklich Besserung bringen könnte! Wie im Beitrag über 5G demonstriert wurde, muss man ständig wiederholte Schlagworte wie intelligente Vernetzung oder Perspektivwechsel – und jetzt Herz, Vernunft und Solidarität – nur in den richtigen Kontext setzen, um die wirklich gemeinte Schöne Neue Welt zu erahnen. Natürlich muss die Welt gerettet werden, das spüren wir alle, aber sicher nicht mit Luftanhalten zur Einsparung von CO². Die aktuelle Krise kann zur Chance werden, wenn der Grund für die starke Reaktion auf genannte Schlagworte verstanden wird:

Das Wissen lebt in uns, tief in der Seele, dass wir zur Umsetzung einer Vision hier sind.

Dieses Wissen bringen wir aus der anderen, der geistigen Welt mit. Wir mögen sie (noch) nicht sehen, aber sie macht sich immer vehementer bemerkbar. Immer lauter rufend versuchen die Engel unsere Schläfrigkeit zu durchdringen – denn wenn nicht geschieht, was getan werden muss, dann wird es immer schlimmer werden. Ich habe hier darüber berichtet.

Das Zauberwort lautet: echtes, intensives Interesse zu entwickeln für die anderen Menschen und Wesen – um aus der Isolation zu brechen, in die uns der notwendige Egoismus geführt hat.

Wem diese Aussage zu esoterisch anmutet, sollte nicht gleich aussteigen. Dieser Beitrag will nicht zum Abheben einladen, sondern um so recht auf den Teppich der Wirklichkeit zu kommen – und da gibt es eben mehr, als der trockene Verstand wahrhaben will.

Ohne Einbezug der spirituellen Dimension, so bin ich überzeugt, sind die Krisen nicht zu meistern.

Mehr denn je sind nach 150 Jahren materialistischer Weltanschauung Mut und Wille gefordert, die Frage nach Herkunft, Wesen und Bestimmung des Menschen in heiligem Ernst zu stellen und sinnvoll zu beantworten. Der immer unverhülltere Drang zur Unmenschlichkeit, und all die Träume von einer Zombie-Apokalypse sind ja deutliche Zeichen. Wie soll es Menschlichkeit geben, wenn wir uns – der Schulwissenschaft folgend – für dumme parasitäre Tiere halten, einen Unfall der Evolution, statt für Geschöpfe Gottes?

Wo stehen wir?

Ich werde nicht müde zu wiederholen, dass wir keineswegs die egoistisch-dümmlichen Konsumenten sind, als die man uns hinstellt. Vielmehr sind wir mit enormen Kräften ausgestattete geistige Wesen, berufen, die Schöpfung zu behüten und weiterzuentwickeln. Die Größe ist nur deshalb kaum sichtbar, weil man uns zu rücksichtslosen Schnäppchenjägern erzieht, die dieses angeblich eine Leben in vollen Zügen genießen sollen. Da gönnt man sich ordentlich was, bevor die nächste Sündenflut kommt, denn „Ich bin doch nicht blöd“. Aber es gibt eben auch die andere, so wunderbar schöpferische Seite, die wir viel mehr in den Blick nehmen sollten.

https://www.youtube.com/watch?v=zxlNxehADKQ&feature=youtu.be

Die durch die Corona-Krise frei werdende Zeit und Verunsicherung begreife ich als kostbare Gelegenheit für eine Standortbestimmung.

In was für einer (verrückten) Welt lebe ich eigentlich und wo will das hin?

Diese Frage wollen wir ausnahmsweise nicht rhetorisch stellen, sondern ernsthaft. Ich lade Dich herzlich ein, geschätzte Leserin oder Leser, zu einer völlig neuen Art der Gesellschaftsbetrachtung, mit selten oder nie gehörten augenöffnenden Gedanken.

Vorschau
Die Form einer Gesellschaft muss zu den Bedürfnissen der Menschen passen. Weil eine Mehrheit jetzt mitbestimmen will, muss der zentralistische Herrschaftsstaat zu einem Gebilde aus drei souveränen Gliedern umgeformt werden, die den ihnen gemäßen Prinzipien folgen: Freiheit in der Bildung, Gleichheit im Recht und Brüderlichkeit in der Wirtschaft. Dieses Konzept wurde 1919 von Dr. Rudolf Steiner formuliert und Soziale Dreigliederung (SDG) genannt. Es ist die zeitgemäße Alternative zu Kapitalismus und Kommunismus.

Gemeinschaft steht im Mittelpunkt

Hier ein Zitat aus die „Kernpunkte der Sozialen Frage“, dessen Aussage auch von Anhängern der Dreigliederung wenig Beachtung geschenkt wird:

„In ihr (dieser Schrift) wird deshalb durchaus nicht theoretisch festgesetzt: Dies soll so oder so sein. Sondern es wird zu Menschengemeinschaften angeregt, die aus ihrem Zusammenleben das sozial Wünschenswerte herbeiführen können.“

Menschengemeinschaften, aus denen Zukunft wächst? Ich verstehe es so, dass sich die Form der Gesellschaft aus entsprechend tragfähigen Beziehungen ergeben soll! Meint er das womöglich analog zum normalen Leben, wo man sich ja auch erst lieben lernt, bevor man über Wohnungseinrichtung oder Putzpläne spricht?

Das stellt herkömmliche Staatstheorien zwar auf den Kopf, doch mir leuchtet es ein. Dir auch?

Rudolf Steiners Ansatz fällt schon dadurch aus dem Rahmen, dass wir Menschen im Mittelpunkt stehen, nicht das „System“ oder dessen Führer. Nur wo sich aus inniger Verbundenheit Kraft entwickelt, so sagt er, lohnt das Gespräch über die Organisation der Gemeinschaft, Wirtschaftsabläufe etc. Aus dem Wunsch zum Zusammensein ergibt sich der Rest dann schon. Eine ermutigende Sicht der Dinge, wie ich finde, weil sie die Macht in unsere Hände legt – aber auch die Verantwortung. Hoffnung und ein wenig Sympathie füreinander reichen nicht aus, denn:

„Bevor sich nicht eine genügend große Anzahl von Menschen findet, die Verständnis haben für solche Dinge, kann ja mit diesen Dingen nichts angefangen werden. Man kann nicht gleich an Institutionen gehen, man kann nicht gleich neue Einrichtungen pflegen, sondern es handelt sich darum, dass möglichst viele Menschen sich finden, in deren Erkenntnisfähigkeiten diese Dinge drinnensitzen, dann wird man mit diesen Menschen Institutionen bilden können.“ (GA 196)

Mit „diese Dinge“ ist z.B. gemeint, in jedem Kind (wieder) ein Wesen mit Vergangenheit und Zukunftsabsichten zu vermuten. Also einen Geist, den nicht die Eltern erschaffen, sondern mit deren Hilfe dieser eine neue Lebensreise antreten möchte. Welches Vertrauen wird einem da entgegengebracht! Wer das so zu sehen vermag, wird seine Kinder ehren und hüten wie seinen Augapfel. Auch der zwischenmenschliche Umgang wird ganz von allein von tiefem Respekt geprägt sein, dass man einander achtet, ernst nimmt und zu fördern trachtet. In Rudolf Steiners Zukunftsvision werden also nicht erleuchtete (An-) Führer gesucht, sondern bildungs- und veränderungswillige Menschen, die sich zu fruchtbarer Gemeinschaft finden.

Nach solchen Menschen suche ich ganz persönlich, und lade euch noch Unbekannte hiermit zum sich Finden ein. Meldet euch, wenn auch am Ende des Beitrags das Gefühl geistiger Verwandschaft bleibt.

Befremdung ist das Problem

Solcher Umkehrung anerkannter Sichtweisen werden wir noch oft begegnen, weil das in der Natur der Sache liegt. Die Perspektive zu ändern ist ja genau das, was nicht erst seit heute von den Schicksalsmächten gefordert wird. Wenn die Welt zur Zeit Kopf steht, dann nur, weil wir uns innerlich nicht gewendet haben.

Ich werde gleich zeigen, dass und wie sich die geistigen Verhältnisse gewandelt haben. Die Ahnung dieser Tatsache steigt bei Worten wie Wende, überfälliger Wandel oder Transformation der Gesellschaft in uns auf. Das berührt etwas in uns. Jetzt muss die Richtung der Transformation nur noch bewusst gegriffen werden. Der vor reichlich 100 Jahren eingetretene Wandel hat zur Folge, dass die Lösung nur noch in uns selbst zu finden ist, nicht mehr im Außen. Deshalb ist eine Standortbestimmung so nötig, sprich Erkenntnisarbeit.

Im Wort „Gesellschaft“ schwingt ja die Geselligkeit mit, das sich „zueinander gesellen“. Die Grundlage jedes Zusammenlebens ist die Freude an der Gesellschaft der anderen, und genau die haben wir nicht mehr. Alles spricht über die Umwelt,

…doch die soziale Katastrophe mit all dem Mobbing, Bashing, Stalking und erschreckender Vereinsamung wird weitgehend totgeschwiegen.

Wir finden nicht mehr zusammen, und befremden uns täglich mehr bis hin zur Angst voreinander. Das halte ich für das eigentliche Problem. Eine Mehrheit traut ihren Mitmenschen ja nur noch Schlechtes zu, und Corona ist das perfekte Bild dafür.

Das allgegenwärtige Misstrauen steigert sich jetzt zur Panik vor dem, was als Unsichtbare Gefahr von den anderen ausgehen könnte. Deshalb Abstand halten, bitte! Aus einer Armlänge in 2016 wurden jetzt Meter mit dem Rat, möglichst jeden sozialen Kontakt zu meiden. Seelisch auf Abstand zu gehen, z.B. im sich Distanzieren von unliebsamen Meinungen, war ja schon vor der Forderung nach social distancing groß in Mode. Die physische Abgrenzung wegen angeblicher Ansteckungsgefahr ist nur ein weiterer Schritt in die gleiche Richtung. Dummerweise sind es aber all diese „anderen“, die den Schlüssel zur eigenen Heilung, Befruchtung und Freude in sich tragen, wie im Beitrag über Karma und Wiedergeburt ausgeführt wurde (gerne kurz unterbrechen und lesen!).

Finden wir seelisch-geistig nicht zusammen, dann wird die Menschheit sterben – und mit ihr die Tiere und Pflanzen.

Denn unsere Schicksale sind viel intimer verbunden, als jene glauben, die sich von der Auslöschung des Menschengeschlechtes Ruhe für die Natur erhoffen. Vor Corona brauchen wir uns nicht zu fürchten, wie jedem klar ist, der sich mit Virologie und Immunologie auseinandergesetzt hat. Was uns Sorgen bereiten sollte, sind soziale Erkältungen durch wachsendes Unverständnis. Dieses kann durch verständnisvolles Aufeinanderzugehen leicht überwunden werden, wozu uns aber nur ein entsprechendes Selbst- und Weltverständnis motivieren wird. Daran arbeiten wir hier.

Über Spielregeln

Nachfolgend geht es zwar auch um Politik, Wirtschaft und andere große Fragen, vor allem aber um Dich, werte Leserin und Leser!

Woher kamen wir in diese komische Gegenwart, und wo will das alles hin? Diesen Fragen werden wir so lebensnah wie möglich nachgehen und beantworten. Freue Dich auf wertvolle Wissensperlen, die Frucht einer dreißigjährigen Suche nach Antworten. Um diesen Beitrag einigermaßen überschaubar zu halten, werde ich nicht versuchen, mit erschöpfenden Erklärungen zu überzeugen. Vielmehr vertraue ich darauf, dass bestimmte Aussagen auch ohne Beweise einleuchten, wie etwa „das Glück der Menschen hat Vorrang vor Profit“. Daran gibt es nichts zu deuteln, oder? Dennoch wird es an Schulen und Universitäten pausenlos gelehrt. Unendlich Vieles wurde uns eingebläut, das schlichtweg falsch ist, was sich in der Bildungsverdrossenheit zeigt.

Ohne Nordung und inneren Anker werden alle Gedanken haltlos, und deshalb appelliere ich besonders am Anfang an Dein Herz- oder Urwissen.

Sofern es nicht beschädigt wurde, weiß jeder mit tiefer Gewissheit, dass man den Schwachen hilft und niemanden töten soll. C.G. Jung nennt das Archetypen, zu denen König und Königin gehören, der Zauberer und (gescheiterte) Held, der Narr und viele andere. Instinktiv wissen wir, was gemeint ist, und deshalb verwende ich zunächst entsprechende Bilder und typische Erlebnisse, die wirklich jeder kennt. Mit einem wollen wir beginnen, nämlich diesem eigenartigen Riecher, dass etwas faul und merkwürdig ist – sprich wert, aufzumerken.

Bitte frage Dich
Nach welchen (moralischen?) Grundsätzen finden Kanzler oder Minister zu Entscheidungen, mit denen sie über Wohl oder Wehe von Millionen bestimmen? Und wie werden diese Entscheidungen dann durch alle Instanzen hindurch umgesetzt? Kurz: wie genau funktioniert ein Staat?

Darüber hast Du Dir noch nie so richtig Gedanken gemacht? Dann geht es Dir wie der Mehrheit, die sich trotz der Möglichkeit zur Mitbestimmung nicht für das interessiert, was massiven Einfluss auf unseren Lebensalltag hat: Konstruktion und Spielregeln der Gesellschaft, die ja menschengemacht und nicht gottgegeben sind.

Bei Monopoly weiß jeder, dass wegen der Spielregeln immer nur einer gewinnt, was keinen Spaß macht, und im echten Leben würde das sicher niemand akzeptieren. Oder? Schon, nur leider macht sich kaum jemand die Mühe, diese echten Spielregeln zu analysieren, und damit vergeben wir die Chance wirkungsvoller Mitbestimmung. Wir agieren immer nur im Rahmen der von irgendwem diktierten Regeln, statt diese zu hinterfragen.

Ist das nicht äußerst merkwürdig, also wert, bemerkt zu werden?

Beginnen wir mit der Standortbestimmung.

Mein Haus, mein Boot…

Nach der Welt befragt, in der sie leben, würden viele wohl ihren Beruf und Status nennen, finanzielle Möglichkeiten und Träume, wieviele Freunde sie haben und wie gesund sie sind. Lieblingsserien und -sportteams nicht zu vergessen. Alles Staatliche wird aber kaum Erwähnung finden, weil das nicht zur „eigenen“ Welt gehört. Sicher gibt es irgendwo Behörden und Parteien, aber was soll einen schon groß interessieren, was die treiben? Man kann eh ja kaum mehr tun, außer alle vier Jahre seine Stimme zu Grabe zu tragen, sprich in die Urne zu werfen. Im Bild stellt sich das etwa so dar.

Hier sehen wir den typischen Traum von der heilen Welt, mit Haus, Boot etc., und weit oben, den Blicken entzogen, die Sphäre der Macht. Er wird nach meiner Erfahrung von den meisten geträumt, selbst und vielleicht gerade von den „Gebildeten“.

Und ja: die Ähnlichkeit mit einer Kinderzeichnung ist nicht nur meinem zeichnerischem Unvermögen geschuldet. Es ist ja auch ein wenig kindlich, so traumumfangen durchs Leben zu gehen – was ich selbst die meiste Zeit tat. Nun könnte man eine solche „Ich mach mein Ding“-Haltung für lapidare Politikverdrossenheit halten, für Faulheit oder Resignation, doch da steckt mehr dahinter. Die Radikalität der Abwendung hat teils auch mit Verwirrung zu tun, weil alles so kompliziert erscheint, aber noch mehr mit einem uralten Tabu. Ich behaupte, dass unterschwellige Furcht das Motiv ist, an gewisse Bereiche zu rühren. Wage ja nicht, den Befehlshaber zu hinterfragen!

Wo blieb z.B. der energische Widerstand der Millionen, als mit der Einführung von Hartz IV im großen Stil enteignet wurde? In einer Demokratie wohlgemerkt!

Murrend nimmt man hin, was die weisen Herren entscheiden, sogar Hausarrest und Wirtschaftskollaps – Stichwort Corona. Was weiß ich kleiner Wurm schon von den großen Dingen?

Obwohl das Treiben der immerhin gewählten Volksvertreter größten Einfluss auf unser Leben hat, erleben wir dessen Auswirkungen im Grunde wie etwas Naturgegebenes und nicht-Diskutierbares, ähnlich wie die Schwerkraft oder das Altern des Körpers. Frage nicht, das ist halt so! Wo bleibt da die im Alltag so normale Empörung und Gegenwehr? Was „die da oben“ treiben, ist uns ganz offensichtlich so fern wie den alten Griechen ihr Olymp. Die Empfindung ohnmächtigen Ausgeliefertseins ist die gleiche. Wer weiß schon, was Götter wollen oder nicht? Da kann man nur beten, dass sie dem Volk gnädig gestimmt sind, und manchmal zetern und bitten (=Petitionen). So macht jeder sein Ding und hofft auf möglichst gutes (politisches) Wetter. Das ist die Haltung auf der einen Seite.

Die Welt da oben

Denen da oben wiederum, von denen wir Fürsorge und Schutz im Austausch für Gehorsam und pünktliche Steuerzahlung erwarten, sind die Menschen egal. Den Amtsträgern als Personen vielleicht nicht, dafür aber den Staatstheorien und Wirtschaftsmodellen, nach denen sie handeln. Was der Einzelne denkt, fühlt, will oder ersehnt findet darin nämlich überhaupt keine Berücksichtigung!

Bei Problemen wie sozialer Ungerechtigkeit wird genau deshalb nicht etwa der Gerechtigkeitssinn geschult, oder die Menschen zum Finden gerechter Lösungen befähigt und ermächtigt.

Nein, man denkt theoriekonform über Strukturen und Gesetze nach, die „automatisch“ für Gerechtigkeit sorgen sollen – notfalls mit Gewalt. Staatstheoretiker rechnen gar nicht mit der Einsichtsfähigkeit und Verständigkeit der Leute, die durch entsprechenden Unterricht leicht gefördert werden könnte. Sie sollen einfach gehorchen und sich dem System anpassen. Doch weil sie es nicht tun, greift „Vater“ Staat immer härter durch. Am Ende steht unausweichlich der totalitäre Überwachungsstaat. Im Bild sieht dies so aus:

Quelle

Die winzigen Gestalten ganz unten, das sind übrigens wir. Alle haben wir solche Grafiken schon gesehen, doch leicht entgeht einem die Kernaussage: es ist eine gigantische Maschine, in der wir stecken, bekannt als Staats-, Behörden- und Parteien-Apparat. Charlie Chaplin hat das schon 1936 gut erkannt und wunderbar filmisch illustriert.

Klar ist das irgendwie auch lustig, aber hier lohnt kurzes Innehalten, um folgende Aussage wirken zu lassen:

Unser Staat ist eine Menschensortiermaschine, auf die man „demokratisch“ gepinselt hat. Sieht halt netter aus, aber sie allein gibt den Takt vor, nicht wir!

Weil wir alle auf Frieden, Glück und Wohlergehen hoffen, drehen die Maschinisten (= Politiker) eifrig an den Rädchen und (wirtschaftlichen) Regulationsmechanismen dieses Apparates (wie Leitzinsen, Konsumanreize etc.), doch leider wird es jedes Jahr schlimmer. Die neueste Blüte ist der Umverteilungsmechanismus für Flüchtlinge. Vollautomatisch werden Menschlein an den „richtigen“ Platz bugsiert, ist das nicht toll? Wie wäre es mit einem Beischlafpartner-Mechanismus, wo man wöchentlich einen anderen (staatlich geprüften) Sexualpartner zugeteilt bekommt?

Und wer jetzt meint, „das sage man nur so, meine es aber anders“, der möge sich an die erniedrigende Empfindung auf Ämtern erinnern. Da fühlt man sich ja wie eine Nummer, richtig?

Kein Wunder, denn die Behörden sind ja ein Automatismus und Mechanismus, dem wir aber unser Schicksal anvertrauen. Doch warum tun wir das, statt es selbst in die Hand zu nehmen?

Das ist eine überaus wichtige Frage, über die gründlich nachzudenken nun Zeit ist – Corona sei Dank. Wie kommt man nur auf die Idee, z.B. einen Rechts-Apparat einzurichten, wo ja schon lange kein Recht mehr zu finden ist? Das Leben lehrt einen doch, dass Frieden nur entsteht, wo zwei aktiv aufeinander zugehen, sich zuhören, Verständnis aufbringen und auch eine Portion Vertrauen!

Frieden muss man schließen und stetig neu erstreben, das kann nicht verordnet werden. Dafür braucht es guten Willen und vor allem den Wunsch, die Beziehung zu erhalten. Eine Maschine kann all das nicht leisten, weil sie nichts von Absprachen und vom Klang des guten Miteinanders weiß, das Gespräch braucht, Einsicht, Sorge, Rücksicht und eben alles, was man mit Menschlichkeit verbindet.

Ein Geheimnis

Warum lassen wir uns also von einem (Regierungs-) Apparat Vorschriften machen, wenn doch klar ist, dass sie ohne unser Mittun sinnlos sind? Und wieso vertrauen wir so unbelehrbar hoffnungsvoll den eidbrüchigen Polit-Maschinisten, obwohl sie einen Unfug nach dem anderen verzapfen? Die nicht leicht zu findende Antwort besteht aus zwei Teilen:

1. Apparat oder Apparatur?
Das heutige politische System, das ja angeblich das beste aller bisherigen ist, ist ein Überbleibsel aus alter Zeit. All die Behörden und Institutionen, die aus Kaisers Zeiten weitgehend übernommen wurden, waren ursprünglich kein sich selbst steuernder Automat, sondern eine weise bediente Apparatur. Vergleichbar einem Raumschiff, dessen Finder nicht mehr wissen, wozu es gedient hat, und dass da mal ein kluger Kapitän mit Weitsicht und Lebenswissen am Steuer saß. Zwar sitzen auch heute noch Menschen an den Hebeln der Macht, doch sie haben weder Ahnung, wie diese richtig zu betätigen sind, noch den nötigen Gemeinsinn oder eine Vision. Deshalb sind wir im Blindflug.

2. Falsches Zielpublikum
Dieses kunstvoll gelenkte Gesellschaftsschiff war außerdem für Leute gebaut, die in punkto Eigenverantwortlichkeit ganz anders waren als wir heute. Weder konnte noch wollte die Masse ihr Leben selbst führen, sondern bewegte sich gern und willig in vorgezeichneten Bahnen und Rollen – wie in einem Theaterstück. Inzwischen hat sich das Rad der Geschichte aber weitergedreht. Uns sind die alten Rollen zu eng, doch mangels Alternative spielen wir das alte Stück weiter.

Fassen wir die Situation im Bild zusammen:
Wir sind wie längst Erwachsene, die noch im alten Kinderzimmer wohnen, und von den lieben Eltern erwarten, dass sie alles richten. Doch diese sind längst verstorben, und die böse Stiefmutter hat sich eingenistet. Wir hängen an den alten Möbeln und Regelungen, weil wir damit heile Welt assoziieren. Doch nicht aus den Möbeln oder ihrer Anordnung (=System) kam die Behaglichkeit, sondern von der wissend-sorgenden Hand der Eltern. Es ist Zeit, das Kinderzimmer zu verlassen.

Jetzt müssen wir selbst für Behaglichkeit, Glück und Frieden sorgen, und einander Eltern sein. Aus guten, weil sinnerfüllten Beziehungen, werden sich der passende Rahmen, Regeln und Einrichtungen schon ergeben (s.o. das Zitat von Rudolf Steiner). Jeder Einzelne ist hier als mündiger Mensch gefragt, und Politiker können und dürfen nur Ausführende sein – keine Bestimmer. Verantwortung kann nicht mehr abgegeben werden, nur noch Aufgaben delegiert.

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Thomas Christian Liebl
 

Bewegungslehrer, Autor, Visionär. Mehr Infos hier.

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Jürgen Elsen - 3. Mai 2020

„..Man kann nicht gleich an Institutionen gehen, man kann nicht gleich neue Einrichtungen pflegen, sondern es handelt sich darum, dass möglichst viele Menschen sich finden, in deren Erkenntnisfähigkeiten diese Dinge drinnensitzen, dann wird man mit diesen Menschen Institutionen bilden können.” (GA 196)

R.S. spricht darüber 1920 – also vor 100 Jahren.
Sind heute irgendwo diese – letztenendes organisational wirkende Institutionen im Sinne des von Steiner gemeinten Kontextes von Menschen gebildet worden ?

Ich kann keine sehen. Das einzige, was mir dazu einfällt ist mal wieder das KRD und schade, daß hier geschaffene – natürlich noch in den Anfang steckende Institutionen, die den Menschen im Sinne des obigen Artikels im Mittelpunkt haben – gerade von denen, die schon 100 Jahre über so etwas debattieren nicht mit weiterentwickelt werden …

Woran liegt das? Was stimmt denn nicht? Was braucht es denn noch?

Reply
    Thomas Christian Liebl - 3. Mai 2020

    Danke für Antwort, Jürgen!

    Nein, die Institutionen sind nicht gebildet worden, oder besser der Staat nicht dreigegliedert. Der Grund dafür liegt m.E. im Zitat. Es haben sich eben zu wenig Menschen gefunden, die „diese Dinge“ verinnerlicht haben. Wer das tut, muss staatliche Bevormundung in Bildungs- oder Gesundheitsfragen (!) vehement ablehnen. Aber genau das erlebe ich bei sehr wenigen. Da haben Dichter noch Emanzipations vor sich, wie ich schrieb, und Denker Befreiungsarbeit.

    herzlich
    Thomas C.

    Reply
Jürgen Elsen - 13. Mai 2020

Danke, Thomas – natürlich auch wieder für Deine anregenden Texte, Deine Zeit und Aufwand …. !

Wie Du schon sagst: es haben sich zu wenige Menschen gefunden, die … VERINNERLICHT haben…

Bei mir bedeutet Verinnerlichung eben auch das Einschließen von Willensenergie (= Tat).

Der „Moll-Schritt“ der Verinnerlichung ist nur die eine Seite, darauf folgt der „Dur-Schritt“ der Tat.

Und deshalb reicht es auch nicht „irgendetwas“ – ja meist wohl gedanklich und verbal – abzulehnen (wie Du schreibst), sondern es müssen DAZU dann auch Schritte manifestiert werden.

Sonst kommt es eben nicht zu den Einrichtungen („Dur-Manifestationen“), selbst, wenn Menschen da sind, die schon schön „mollig“ sind und das überall hintönen 😉

Wir können uns ja jetzt alle „corona-bewähren“. Ich setze nirgendswo eine Maske auf, sondern ein freundliches Lächeln.

Falls ich des Hauses (Geschäft) verwiesen werden, komme ich dem natürlich nach, aber nicht ohne entsprechende „Belehrung“, nach dem Motto: Sie müssen das nicht tun !!! 😉

herzliche Grüße und weiterhin viel Energie und Wohlwollen

Jürgen

Reply
Ursula - 27. Mai 2020

Ich möchte mitteilen, dass ich sehr zu einer Gemeinschaft im obigen Sinne zählen würde, aber doch lieber den Rückzug in mein kleines Reich antrete, da ich die allerwenigsten Menschen zu ertragen weiß.
Also gelingt es mir nicht, in einem heilenden Sinne zu wirken. Da ist zu viel kaputt.
Wozu kann ich denn noch dienen, wenn nicht zum Aufbau einer weiterführenden Gemeinschaft?

Reply
Martin MS - 3. Juni 2020

Auch wenn ich nicht alles 1 zu 1 teile, das Gefühl geistiger Verwandtschaft ist sehr deutlich, von daher: *meld*.
Herzlichen Gruß,
Martin aus Marburg

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